Auf diesem Hausboot möchte man sich treiben lassen und vielleicht selber zur Gitarre greifen. Mit anderen reden, lachen oder einfach nur aufs Wasser gucken. Schweigen, nachdenken, sich bei der Hand nehmen. Und eben "Hausboot" hören. Tino Eisbrenner und Heiner Lürig finden den richtigen Ton. Mal poetisch und leicht, mal kämpferisch und trotzig, dann wieder nachdenklich, augenzwinkernd und ein wenig altersweise. Immer neugierig aufs Leben und nie ohne die Vision, dass doch noch etwas möglich ist "im Fluss der Zeit". Persönlich und politisch verschwimmen die gewohnten Grenzen. Hier ist nichts fertig, das ist nicht bloß ein Soundtrack, hier hört man plötzlich hin.


"Wie es wahr ist", eine beschwingte Folk-Pop-Nummer mit feinen akustischen Gitarren, gibt eine erste Richtung vor. Mal ein Banjo, mal eine Slide-Guitar, mal eine Mundharmonika: Viel gute Laune machen all die Songs, die mit deutlichem Country-Einschlag daherkommen. Beim "Lied vom Frieden" steigert sich das in eine grandiose Hymne zum Mitsingen, bei "Sgt. Pepper meint" möchte man anstoßen und tanzen - und verhakt sich doch beim Songtext: ein fröhliches, hintersinniges Plädoyer gegen jedes anzug- und panzergrau und für eine bunte, friedliche Gesellschaft. "Hausboot" kann auch die atmosphärisch dichte Midtempo-Rocknummer mit wimmernder Hammondorgel ("Ein solcher Augenblick") und natürlich die große Ballade wie beim Titelsong "Fluss der Zeit" - ein persönlicher Blick auf Lebensträume, die gelebten und die nicht gelebten. Nicht der einzige Song, der eine Seele hat.

Hier sind Musiker am Werk, die wirklich ein Instrument in die Hand nehmen und Musik machen. Einfach weil sie Lust dazu haben - und weil sie's können. Eine wunderbare Produktion. Tino Eisbrenner, der Sänger, Texter und Rezitator, hatte im letzten Jahr einen schönen Überraschungserfolg mit seiner Radiosingle "Barfuß in Kakteen". Auch sie war ein gemeinsames Werk von Eisbrenner & Lürig. Das machte Lust auf mehr. Heiner Lürig hat viel Erfahrung. Lange war er Komponist und Produzent an der Seite von Heinz Rudolf Kunze. Das passt. War es anfänglich eine Produzent/Künstler-Verabredung für zwei Eisbrenner-Alben, entwickelte sich daraus eine Musikerfreundschaft und eine gemeinsame Sprache von Text und Musik. Vor sieben Jahren haben die beiden schon einmal einen Abstecher auf dem "Hausboot" gemacht. Jetzt legen sie noch mal ab. Vielleicht geht es auf große Fahrt...

Hausboot - Die Band von
Tino Eisbrenner und Heiner Lürig

Das neue Album "Fluss der Zeit" inkl. "Lied vom Frieden" und
"Wie es wahr ist" gibt es im gut sortierten Fachhandel
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Das für lange Zeit vergriffene Debüt-Album "strom ab"
inkl. dem Radio-Hit "Wär nicht schwer" ist jetzt in
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